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Mobilfunk-Nachrichten
20 Jahre Mobilfunk
Bonn - Nur wenige Dinge haben unser Leben so nachhaltig verändert, wie der Siegeszug des Mobilfunks. Gerade zwanzig Jahre ist es her, dass am 1. Juli 1992 in Deutschland die D-Netze an den Start gingen. Damals war das Mobiltelefonieren noch ein Privileg für wenige. Mobiltelefone kosteten ein kleines Vermögen und waren im Vergleich zu heutigen Handys echte Schwergewichte. Das Motorola 3200 International beispielsweise wog ein halbes Kilo und kostete rund 3.000 DM.
Meilensteine wie die Einführung der SMS im Jahr 1994, der Verkauf der ersten Prepaid-Karten im Jahr 1997, der Start des mobilen Internets 1999 oder die Markteinführung des Apple iPhone 2007, prägten die Erfolgsgeschichte des Mobilfunks. Entscheidend für den Boom aber waren vor allem die rasch sinkenden Preise, denn Ende der neunziger Jahre wurden Mobilfunkgeräte und Verträge deutlich günstiger und somit für alle erschwinglich. Im Jahr 2000 verdoppelte sich die Anzahl der Mobilfunkanschlüsse in Deutschland von 23 auf 48 Millionen. Heute sind Handy und Mobilfunk kaum mehr aus dem Alltag wegzudenken. Gab es vor zehn Jahren noch knapp 60 Millionen Mobilfunkteilnehmer in Deutschland, sind es heute bereits über 114 Millionen Mobilfunkkarten, die im Einsatz sind. Der Deutsche besitzt im Schnitt 1,4 Handys, telefoniert rund 42 Stunden im Jahr und schreibt im gleichen Zeitraum durchschnittlich 700 SMS. 50 Prozent der Deutschen unter 30 Jahren können sich ein Leben ohne Mobiltelefon nicht mehr vorstellen.
"Wir stehen dennoch erst ganz am Anfang der Entwicklung, weil Handys schwerpunktmäßig immer noch für Sprach- und Textkommunikation genutzt werden. In Zukunft werden sich die Funktionen ausweiten. Vom Bezahlverfahren bis hin zum Handy als Schlüsselersatz ist alles denkbar. Das Handy wird zum Alleskönner", sagt René Obermann, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG.
Auf dem Weg zum Alleskönner markiert das Smartphone eine wichtige Etappe. Jeder vierte Deutsche besitzt bereits eines und für 2012 erwartet die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu), dass 18 Millionen neue Smartphones verkauft werden. Mehr als doppelt so viele wie einfache Handys.
Smartphones werden die mobile Internetnutzung in andere Dimensionen führen - mit Hilfe superschneller Mobilfunknetze: Im August 2010 hat die Telekom in Kyritz an der Knatter den europaweit ersten LTE-Mobilfunkmast in Betrieb genommen. LTE (Long Term Evolution) steht für die vierte Mobilfunkgeneration und ermöglicht schnelles Internetsurfen wie zuhause. Im vergangenen Jahr wurden mit LTE 800 vor allem die so genannten "weißen Flecken" im ländlichen Raum geschlossen. Also solche Gebiete, die bisher nur unzureichend mit schnellem Internet versorgt waren. In diesem Jahr wird die Telekom rund 100 Städte mit LTE 1800 ausstatten. In diesem Frequenzbereich können Geschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde erzielt werden.
"Die Mobilkommunikation ist", so Obermann, "ein zentraler Faktor für weitere Innovationen, nicht nur im Bereich der Kommunikation sondern auch in vielen anderen Branchen, wie zum Beispiel dem Energiesektor, der intelligenten Verkehrssteuerung oder der Vernetzung im Gesundheitswesen."
Darüberhinaus werden neue Technologien wie Connected Home und Connected Car in den nächsten Jahren für die intelligente Vernetzung von Haushalts- und Kommunikationstechnik sorgen. Mobile Services und Anwendungen für das Handy wie Mobile Payment (Bezahlung per Handy) oder Eye Control (das menschliche Auge steuert Handy-Funktionen) sind bereits in den Startlöchern und werden die Nutzung von Mobilfunk und Mobiltelefon in den nächsten Jahren weiter verändern. Ein Ende der Entwicklung? Ist nicht abzusehen.
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